Ein Festmahl für Sinne

Mit Cuisine & Confessions gelang der akrobatischen Künstlergruppe Les 7 Doigts De La Main im Festspielhaus St. Pölten eine außergewöhnliche Kochshow.

Mit Cuisine & Confessions gelang der akrobatischen Künstlergruppe Les 7 Doigts De La Main im Festspielhaus St. Pölten eine außergewöhnliche Kochshow. © Alexandre Galliez

30 SEPT 2016 Les 7 doigts de la main: Cuisine & Confessions

Mit Cuisine & Confessions gelang der akrobatischen Künstlergruppe Les 7 Doigts De La Main im Festspielhaus St. Pölten eine außergewöhnliche Kochshow. Kenner italienischer Kochkunst würden sowohl die Spaghetti, die dabei gekocht werden, als auch die Aufführung als perfekt gelungen, also „al dente“ bezeichnen.

Auf Deutsch bedeutet Cuisine & Confessions, Küche und Bekenntnisse. Jeder kennt das Gefühl, wie seine Heimat oder eine Kindheitserinnerung „schmeckt“. Ebenso vertraute Düfte aus dem großmütterlichen Backofen. Diese Erinnerungen können sowohl vertraut als auch schmerzhaft sein.

Die Kompanie Les 7 Doigts De La Main setzt diese Gefühle, unter der Leitung von Shana Carroll, je nach Stimmung, beschwingt und energiegeladen um. Inspiriert wurde sie durch „Young and Hungry“, ein Buch von Suzanne Taylor. Zum Aperitif wird das Publikum, noch vor dem eigentlichen Beginn der Aufführung, in die Show involviert. Verschiedene Küchentricks werden ausprobiert und rohe Eier fliegen durch den Zuseherraum. Die Tänzer tummeln sich auf der Bühne, alle sprechen aufgeregt in verschiedenen Sprachen und erzählen ihre Erinnerungen, legen dabei Bekenntnisse ab. Vor einer hölzernen Küchenkulisse wird um und auf einem großen Holztisch getanzt.

Immer wieder werden Leute aus dem Publikum auf die Bühne gebeten, um während der Performance gekochten Speisen zu kosten. Der erste Gang besteht aus Erinnerungen an prägende Frühstückserlebnisse: Liebesgeständnisse an Pancakes und Omelette erfüllen den Raum. Eine junge Frau wird eines Morgens, in einer fremden Stadt, durch den Geruch frischen Kaffees geweckt. Der Duft führt sie zu einem jungen Mann, in den sie sich sofort verliebt. Zu Swing-Klängen wird mit Küchenutensilien getanzt. Auf der Bühne findet ein wildes und buntes Treiben statt.

Cuisine & Confessions schafft auch Raum für schmerzvollere und ruhigere Erinnerungen. Besonders eindrucksvoll ist die Geschichte eines jungen Südamerikaners, der sich fragt, wie wohl die letzte Mahlzeit seines Vaters, vor dessen Tod, für ihn gewesen sein mag. Dabei verlässt er immer wieder den Küchentisch, auf dem er wie auf einem Podest steht, um atemberaubende akrobatische Poledance-Akte vorzuführen. Das Dessert und Finale ist ein während der Show zubereitetes Bananenbrot. Das Publikum ist dazu eingeladen, auf seinen Mobiltelefonen eine Stoppuhr zu aktivieren, damit das Brot rechtzeitig aus dem Backofen geholt wird.

Fazit: Cuisine & Confessions ist ein bunter Abend und ein Fest für alle Sinne!

Veröffentlicht von Katharina Schmid-Schmidsfelden

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