Ein Feuerwerk chinesischer Farbenpracht

Pünktlich zur Adventzeit bringt das chinesische Nationalballett seine eigene farbenfrohe Nussknacker-Version in einer Österreichpremiere auf die Bühne des Festspielhauses St. Pölten.

Pünktlich zur Adventzeit bringt das chinesische Nationalballett seine eigene farbenfrohe Nussknacker-Version in einer Österreichpremiere auf die Bühne des Festspielhauses St. Pölten.

10 DEZ 2016 Chinesisches Nationalballett: Der Nussknacker

Ein strahlend-hellblauer Himmel mit sanft gezeichneten Kranichen – bereits das zu Beginn ansonsten leere Bühnenbild lädt zum Träumen ein. Mit seiner Interpretation von Tschaikowskis Klassiker „Der Nussknacker“ begeistert das chinesische Nationalballett das Festspielhaus-Publikum bei der ausverkauften Österreich-Premiere. Schillernde, fernöstliche Symbole begleiten das Stück.

Keine Kopie des Westens, sondern ihre eigene Geschichte erzählen – dieses Vorhaben ist der Companie auf bezaubernde Weise gelungen. Lediglich Tschaikowskis beschwingte Rhythmen, in einer Aufnahme des Symphonieorchesters des Chinesischen Nationalballetts unter Zhang Yi, und die alles umspannende Figur des Nussknackers sind geblieben.

Farbenfroh startet der erste Akt. Tänzerinnen gleiten beschwingt mit bunten Einkaufstaschen über die Bühne. Kinder in färbigen Stiefeln begrüßen leichtfüßig das neue chinesische Mondjahr. Eine feierlich geschmückte Kulisse deutet auf das große Fest hin. Die kleine Yuanyuan jubelt über einen Nussknacker, den ihr ein Freund der Familie schenkt. Anmutig und voller Freude tänzelt sie, im weiß flatternden Röckchen, mit rotem Spitzenoberteil und dem Nussknacker im Arm, umher.

Energie bis in den Hintergrund

Mit grollenden Lauten illustriert Tschaikowskis Musik das Ende der Harmonie. In tristes, dunkelblaues Licht getaucht hält Yuanyuans Cousin Tuantuan den Nussknacker in seinen Händen. Ein Kampf um das geliebte Geschenk entbrennt. Der von einer silbern glänzenden Sonne erleuchtete Hintergrund und die schnellen Bewegungen der Companie scheinen ineinander zu fließen. Wenn die Armee von Tigern ihre Schwerter schwingt, antwortet die Sonne mit einem hellen Blitzen.

Der zweite Akt gönnt dem Publikum eine Verschnaufpause von dem visuellen Overkill. Yuanyuan ist mit ihrem zum Leben erwachten Nussknacker im Porzellankönigreich angekommen. Graziös bewegen sie sich aufeinander zu. Die Sinnlichkeit ist zum Greifen.

Eleganz und spielerische Leidenschaft

Mit leichtfüßigen Schritten, zu beschwingten Klängen und in schillernden Kostümen, kehrt nun eine frühlingshafte Unbeschwertheit ein. Inmitten der Szenerie schwebt Yuanyuan im glänzend weißen Kleid mit ihrem Nussknacker. Eleganz und spielerische Leidenschaft verbinden sich. Eine Vereinigung hat auch das Westliche und Fernöstliche gefeiert. Der kurze Auftritt der fünfjährigen Schüler der St. Pöltener Ballettschule Papez in ihren goldenen Kostümen wird vom tosenden Applaus des Publikums begleitet.

Yuanyuans Traum vom Kampf um den Nussknacker geht zu Ende. Sie versöhnt sich mit ihrem Cousin Tuantuan und teilt das begehrte Präsent mit ihm. Das chinesische Nationalballett verabschiedet sich, wie es gekommen ist – mit einem farbenfrohen Feuerwerk und einer strahlenden Familie, der die Harmonie ins Gesicht geschrieben steht.

Veröffentlicht von Birgit Samer

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