Waxtaan – Tanzen über Politik

„Waxtaan“ bedeutet so viel wie „Sprechen über Politik“. Dass dies auch durchaus unterhaltsam sein kann, sah man in getanzter Form am vergangenen Samstag im Festspielhaus St. Pölten.

„Waxtaan“ bedeutet so viel wie „Sprechen über Politik“. Dass dies auch durchaus unterhaltsam sein kann, sah man in getanzter Form am vergangenen Samstag im Festspielhaus St. Pölten. © Thomas Dorn

21 MAI 2016 Germaine Acogny: Waxtaan

Germaine Acogny, eine Koryphäe des zeitgenössischen, afrikanischen Tanzes, produzierte in Kooperation mit der Compagnie Jant-BI ein farbenfrohes Fest der Politkritik. Unter virtuosem Getrommel schafft die Inszenierung einen humorvollen Blick auf Politik und politische Argumentation, und das in einem Meer aus Farben. Eine Komik, aus Andeutungen bestehend, beherrscht den Beginn des Stückes. Scheinbar willkürlich dastehende Sessel und Tische werden zum Schauplatz geschäftlicher Verhandlungen. Diskussionen von Geschäftsleuten geschehen durch Klatschen und Trommeln, Worte werden auf der Bühne kaum gebraucht.

Geschäftsleute werden zu Musikern und trommeln für weitere Tänzer, die energiegeladen die Bühne betreten. Ein abwechselndes Mit- und Gegeneinander beherrscht den Bühnenraum und zeigt dabei das Verhalten von Politikern. Wie hätte man die Vernetzung zwischen den Regierenden besser darstellen können als sie alle gemeinsam miteinander tanzen zu lassen?

Doch bevor sich die tanzenden Politiker in Szene setzen können, wird der Raum von der Arbeiterklasse im Blaumann entsprechend vorbereitet. Staatsmännischer wird es, als hochrangige Männer aus Politik, Wirtschaft und Justiz in ihren makellosen Anzügen die Bühne betreten. Lässig getragene Anzüge lassen an der Ernsthaftigkeit und auch der Ehrlichkeit der Staatsmänner zweifeln. Sie bewegen sich rhythmisch und voller Energie, so dass die Hemdzipfel aus den Hosen rutschen. Manchmal ziehen sie über die klischeehaften Anzüge auch eine afrikanische Tracht. Die westliche Welt tanzt also im Schein des Afrikanischen.

In Summe bot sich Kritik an Führungskräften auf höchstem und humoristischen Niveau und ein Einblick in Germaine Acognys Arbeit mit der afrikanischen Tanzszene.

Veröffentlicht von Katharina Schmid – Schmidsfelden

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