CyberLab 2010

CyberLab 2010
  Ziel des CyberLabs ist eine wissenschaftlich-künstlerischspielerische Untersuchung der Frage "Was ist der Mensch?" im Spannungsfeld zwischen Mensch-Maschine-Computer. Die Dokumentation CyberLab 2010 @ http://cyberlab2010.wordpress.com ensteht in Zusammenarbeit mit Universität Bayreuth_J uniorprofessur für Theater und Medien / FH St. Pölten_Digitale Medientechnologien – Masterstudiengang / Universität Wien_Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft / Am Anfang war Gott, das Feuer, der Mensch und dann der Verrat. Eva aß unerlaubterweise einen Apfel vom Baum der Erkenntnis. Seitdem fragt sich der Mensch, wer er ist und was sein Leben bestimmt. In der Philosophie geht es seit über 2000 Jahren um die großen Fragen, die sich mit dem Sein beschäftigen. Am Ende des 19. Jahrhunderts verkündete Nietzsche den Tod Gottes. Dann kamen die industrielle Revolution und das Computer- bzw. Informations- Zeitalter. Im Jahr 2009 scheint die Natur beherrschbar. Die Menschen werden selbst zu Göttern. Sie schaffen sich mit Hilfe der Computertechnik technische Erweiterungen ihres Bewusstseins und Körpers: Der Computer als neuartige dritte Gehirnhälfte. Das Internet und seine virtuellen Welten werden zu einer geografischen Erweiterung der Erde und des Weltalls. Wie ein Gott materialisiert und virtualisiert hier der Mensch seine Phantasien und seinen Schöpfungswillen. Und in Form von Avataren (virtuellen Wesen) und Robotern arbeitet der Mensch an neuen Spezies. Die Frage ist, welchen Einfluss haben diese neuen Welten und Kreaturen auf unser heutiges Sein? Wohin bewegen sich der Mensch und seine Kultur? Wie sieht das Zusammenspiel von Menschen, Maschinen, realen und virtuellen Räumen aus? Wird der Mensch heute schon von Computern gesteuert? Das CyberLab nähert sich diesen Fragen in Form von drei sehr unterschiedlichen Herangehensweisen: einem wissenschaftlichen Symposium, einem Künstlerlabor und einer LAN-Party. Das Symposium KünstlerInnen und WissenschaftlerInnen treffen in Vorträgen, einer Lesung und Lecture Presentations aufeinander, um Konzepte der Beziehungsformen von Mensch und Computer auszuloten. Aktanten-Netzwerke. Visionen einer hybriden Ko-Existenz von Mensch und Maschine. Forschung zwischen künstlicher Kunst und menschlicher Kunst. Sa 6. März 9:30 Uhr bis So 7. März 18 Uhr, Box Lecture Presentations Sa 6. März 16:30 Uhr, Box Lesung Ulf Heuner So 7. März 16:30 Uhr, Box Das Labor - Experimente zwischen künstlicher Kunst und menschlicher Kunst. Eine Woche lang untersuchen vier Künstler die Beziehungen zwischen Mensch und Computer – zwischen Realität und Virtualität. Jeder hat ein eigenes Spezialgebiet bzw. einen eigenen Zugang. Dominik Busch (Berlin) erprobt in seiner Arbeit u. a. ein multimediales Tool zur Generierung von Mustern, in das der Benutzer zugleich eingreifen kann. Louis Philippe Demers (Singapur) entwirft und realisiert Roboter, die als eigene, selbst gesteuerte Welt der Maschinen existieren. Georg Hobmeier (Österreich) vernetzt sich mit Maschinen auf der Grundlage von elektrischen Impulsen so, dass diese ihn steuern. Victor Morales (New York) entwirft und steuert Avatare (virtuelle Kreaturen). Dabei nutzt er Mutationen und Fehler in Programmierungssystemen, für ihn ein Beweis für eigenständiges maschinelles Leben. Die Laborsituation wird mit Präsentationen auch für interessierte Zuschauer geöffnet. Laborpräsentation / Theatrale Exkursionen durch die Resultate des Labs: "daten-fluchten. codes and worlds" Fr 12. und Sa 13. März 19:30 Uhr, Box Lecture Performance für Schulen und Jugendliche Während des Labs gibt es die Möglichkeit für Schulen und Jugendliche ausführlicher in die Technologie und die Arbeitswelten der 4 Künstler einzutauchen. In Form von Lecture Performances speziell für Kinder und Jugendliche. Hier soll ein künstlerischer Zugang zu den Themen Computer und Maschinen/Roboter spielerisch vermittelt werden. Di 9. und Do 11. März, jeweils 10 Uhr Die LAN-Party Von Freitag bis Sonntag öffnet sich die Bühne des Festspielhauses für eine zweitägige LAN-Party. 250 Menschen zwischen 15 und 35 spielen gemeinsam Computerspiele. 48 Stunden lang wird kaum gegessen oder getrunken. Der physische Körper tritt in den Hintergrund, stattdessen übernimmt die virtuelle Spielfigur in den Computerspielen die Regie über die Bedürfnisstrukturen der SpielerInnen. Die Virtualität dominiert die Realität, der Computer reguliert den Menschen. Das Festspielhaus St. Pölten möchte mit dieser öffentlich zugänglichen LAN-Party und ihrem Rahmenprogramm die Kultur der Computerspiele begehbar und sichtbar machen. Zur Anmeldung / CyberLab 2010 @ generation fun LAN-Party Fr 12. März 16 Uhr bis So 14. März 16 Uhr, Großer Saal Electronic-Sports-Show 1 Fr 12. März 22 Uhr, Großer Saal Podiumsdiskussion Sa 13. März 16 Uhr, Café Publik. Eintritt frei Electronic-Sports-Show 2 Sa 13. März 22 Uhr, Großer Saal Computerspiele als neue Kulturform? Podiumsdiskussion Sa 13. März, 16 Uhr, Café Publik. Eintritt frei   Kuratoren CyberLab Martina Leeker, Wolfgang Klüppel   Web-Links Prof. Dr. Martina Leeker / Juniorprofessur für Theater und Medien, Universität Bayreuth Wolfgang Klüppel / Konsortium & Konsorten Dokumentation CyberLab 2010 CyberLab 2010 @ facebook CyberLab2010 @ vimeo