alles bewegt

Ein Tanz- und Musikprojekt des Festspielhaus St. Pölten

Inspiriert von dem Community–Dance-Projekt "Sum of Parts" des Sadler's Wells Theatre London plant das Festspielhaus St. Pölten für die kommende Saison ein Tanz- und Musik-Projekt mit Bürgerinnen und Bürgern aller Alters- und Bevölkerungsgruppen aus St. Pölten und Umgebung.

Wie bei Sadler's Wells wollen wir mit Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen und SeniorInnen unterschiedlicher Herkunft zusammenarbeiten. Das Festspielhaus St. Pölten möchte damit kein Einzelprojekt umsetzen, sondern nachhaltige Strukturen schaffen und somit seine seit Jahren kontinuierlich aufgebaute Kulturvermittlungsarbeit in der Region fortsetzen und weiterentwickeln.

Das Herzstück der Arbeit sehen wir zunächst im Aufbau von bis zu sieben Communities mit jeweils konstanter TeilnehmerInnengruppe in einer Größenordnung von je ca. 20 Personen und einer fix definierten Probenzeit, die sich über einen Zeitraum von über einem Jahr erstreckt. Am Ende der Arbeit der einzelnen Commuities steht eine gemeinsame Aufführung aller Gruppen im Großen Saal des Festspielhauses, in der, entsprechend dem Londoner Titel "Sum of Parts" die einzelnen Teile zu einem großen Ganzen zusammengefügt werden. Den TeilnehmerInnen soll von Beginn an vermittelt werden, dass das Festspielhaus ihr Projekt ernst und wichtig nimmt (wie jede andere Vorstellung des Hauses auch) und als Teil seines künstlerischen Gesamtkonzepts ansieht.

Durch die in den letzten Jahren entstandenen Kulturvermittlungsangebote des Festspielhauses, wie etwa Tango Publik, Chor 50 plus, Klub/60 und Jugendklub/300 besteht reges Interesse der niederösterreichischen Bevölkerung an den partizipatorischen Projekten des Hauses, was den Aufbau von neuen Communities erleichtert.
Den sieben Communities, die aus den bereits erwähnten Zielgruppen von Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen, SeniorInnen und "Halbprofis" (TanzpädagogInnen und ev. Tanzstudierenden) gebildet werden, von denen etliche noch keine Erfahrungen mit zeitgenössischem Tanz gemacht haben, stellen wir je eine/n namhafte/n ChoreografIn zur Seite, die/der in vorher festgelegten Probenmodulen an ihrer/seiner Choreografie arbeiten wird. Die ChoreografInnen wiederum werden von AssitstentInnen unterstützt, welche über die gesamte Projektphase regelmäßig mit den Communities arbeiten. Unsere Erfahrungen zeigen, dass erst in den längerfristig zusammenarbeitenden Gruppen nachhaltige Prozesse, die neben dem künstlerischen Produkt einen gemeinschaftlichen und persönlichen Mehrwert für die TeilnehmerInnen hervorbringen, gewährleistet sind.

Über dem Projekt steht ein einheitliches Motto, das einen Rahmen für ein gemeinsames künstlerisches Konzept bietet, innerhalb dessen die ChoreografInnen vollste künstlerische Freiheit für ihre Arbeit haben. Es lautet "alles bewegt" – ist gleichzeitig auch der Titel des Projekts – und meint natürlich nicht nur, dass sich bei einem Tanzprojekt naturgemäß alles in körperlicher Bewegung findet, sondern lässt viele Assoziationen zu, die für dieses Vorhaben inhaltlich bezeichnend sind. So wie das Festspielhaus mit diesem Projekt in der St. Pöltner Bevölkerung etwas in Bewegung setzen möchte, ist es auch das Ziel von "alles bewegt", dass jeder/m TeilnehmerIn im Laufe des Probenprozesses bewusst wird, dass sie/er selbst eine Menge bewegen kann. Der Background der gemeinsamen Arbeit und des gemeinsamen Ziels einer künstlerisch anspruchsvollen Aufführung spielt hierbei eine zentrale Rolle. Dadurch, dass sich die Communities aus den unterschiedlichsten Bevölkerungs- und Altersgruppen zusammensetzen, bilden sie quasi die Gesellschaft im Kleinen ab. Die Idee des "Mikrokosmos der Gesellschaft" ist der Grundgedanke des Projekts. So wie die unterschiedlichen Menschen eine Gemeinschaft in den Communities eingehen, bilden die einzelnen Stücke in ihrer Gesamtheit am Schluss ein künstlerisches Ganzes.

Außerdem ist durch die Musik ein großes verbindendes Element gegeben. Der Rahmentrommler Murat Coşkun und der Gitarrist Maurizio Grandinetti wurden mit der Komposition der Musik für "alles bewegt" beauftragt, die in einer im selben Rahmen wie die Tanz-Gruppen arbeitenden Rhythmus-Gruppe teilweise von den Mitwirkenden selbst aufgeführt wird.

Die Arbeitsergebnisse der einzelnen Communities um das gemeinsame Motto werden von der Choreografin Jane Hackett vom Sadler's Wells Theatre, welche gemeinsam mit Joachim Schloemer, dem Künstlerischen Leiter des Festspielhauses, die künstlerische Gesamtleitung des Projekts übernimmt, zu dem geplanten abendfüllenden Stück zusammengeführt und im Mai 2013 im Großen Saal des Festspielhauses aufgeführt.

Künstlerische Gesamtleitung

Die ChoreografInnen

Die Musiker


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