"Eigentlich steckt in jedem von uns ein zeitgenössischer Tänzer", ist die junge Choreografin und Tänzerin Doris Uhlich überzeugt. In ihrer Arbeit ist sie stets auf der Suche nach einem neuen Begriff von Tanz und Bewegung. Die gebürtige Oberösterreicherin studierte Pädagogik für modernen Tanz an der Konservatorium Wien Privatuniversität und war anschließend als Darstellerin beim Wiener theatercombinat engagiert. Seit 2006 arbeitet sie als Choreografin an eigenen Projekten. Die Frage, was Tanz jenseits dessen, was sie gelernt hatte, noch sein könne, ließ sie von Anfang an ungewöhnliche Wege einschlagen. Anstatt mit ProfitänzerInnen zu arbeiten, entwickelte sie zunächst zwei Stücke mit älteren Menschen ohne professionelle Ausbildung, um gemeinsam mit ihnen Körperlichkeit und körperliche Grenzen zu erforschen. Im Festspielhaus St. Pölten wird sie zwei Produktionen zeigen, die diesen Ansatz weiterentwickeln. In "SPITZE" werden seit Jahrhunderten fixierte Ballettcodes seziert: Im Spitzentanz selbst Autodidaktin, lotet Doris Uhlich mit einer pensionierten Ballerina und einem aktiven Profitänzer verschiedene Perspektiven auf den klassischen Tanz aus. Und in "mehr als genug" geht es um den Körper als Markenzeichen und um die Definition von Schönheit. Im Rahmen des Klub/60 wird Doris Uhlich außerdem Workshops für ältere Menschen geben. Sie nennt es "Ruhestandstanz", denn sie bringt den Ruhestand zum Tanzen und lädt SeniorInnen ohne Vorkenntnisse ein, gemeinsam mit ihr eine neue Tanzsprache zu finden. Mit weiteren Workshops, offenen Proben im Festspielhaus und einer neuen Produktion beim Festival Österreich TANZT 2012 gibt Doris Uhlich dem St. Pöltner Publikum einen umfangreichen Einblick in ihre Arbeit.
Auftritte und Projekte als Artist in Residence 2011/2012 im Festspielhaus St. Pölten:
Web-Links
Doris Uhlich
Wolfgang Kralicek / 27. April 2011 / Der Falter: "Choreografin Doris Uhlich geht ins Kino und redet über Ballett"
Ditta Rudle / 6. Mai 2011 / Die Presse: "Wenn Schwäne TRÄUMEN"
Helmut Ploebst / 8. Februar 2012 / Der Standard : "Aufstand des fliegenden Fleisches"