Die Musiktradition der russischen Rroma stützte sich seit jeher auf Rroma Chöre. Diese hatten ihre Blüte – oft mit mehr als zwanzig SängerInnen und zusammen mit einigen Gitarristen und TänzerInnen – im Russland des 19. Jahrhunderts, finanziell ermöglicht von der Aristokratie und gefeiert von Künstlern wie Puschkin. Während der Russischen Revolution flohen viele Rroma nach Westeuropa oder weiter weg und in der Zeit des Kommunismus starb die Tradition trotz einiger Versuche, Teile davon am Leben zu erhalten, langsam aus. Heute wissen die meisten jungen Rroma- MusikerInnen nicht, wie solche Chöre klangen oder funktionierten. In diesem Labor-Projekt zur Bewahrung eines Weltkulturerbes wird auf Anregung und unter der Projektleitung von Stéphane Laederich und Etienne Abelin die vergessene und fast verlorene Tradition russischer Rroma-Chöre unter der Leitung des legendären Sängers und Gitarristen Sascha Kolpakov und seines Neffen Vadim Kolpakov wiederbelebt und in Form von Aufführungen und Aufnahmen erhalten. Sasha und Vadim Kolpakov treten im Sommer 2008 und 2009 als Special Guest zusammen mit Madonna in ihrer Sticky&Sweet Worldtour auf. Ein erster Teil der Arbeit wird zur Saisoneröffnung des Festspielhauses St. Pölten als Labor mit Abschlusspräsentation am 26. September 2009 stattfinden. Ein zweiter Teil – mit Aufführungen und Aufnahmen – ist für November 2010 während eines Chorfestivals ebenfalls im Festspielhaus St. Pölten geplant.
Laborpräsentation im Rahmen der Eröffnung Box
Sa 26. September ab 16 Uhr, Box. Freier Eintritt
/fh///c-tv campusfernsehen-bericht "Rroma Chor in St. Pölten"