ROOM - Eine "Raum"-Deutung

3 Lampen, ein Cello, ein Sofa und ein Tisch. Ein Schreibtisch vielleicht, könnte auch ein Klavier sein oder beides in einem. Wände im Vintage-Look, welche so gar nicht im Maßstab der Requisiten sind. Als eindringliche Musik erklingt, eine Mischung aus Klassik-und Popklängen, öffnet der Raum seine Pforten und Wände. TänzerInnen beleben die Bühne, unter ihnen der Regisseur James Thierrée.

3 Lampen, ein Cello, ein Sofa und ein Tisch. Ein Schreibtisch vielleicht, könnte auch ein Klavier sein oder beides in einem. Wände im Vintage-Look, welche so gar nicht im Maßstab der Requisiten sind. Als eindringliche Musik erklingt, eine Mischung aus Klassik-und Popklängen, öffnet der Raum seine Pforten und Wände. TänzerInnen beleben die Bühne, unter ihnen der Regisseur James Thierrée.

Dieser scheint bemüht, seinen Darstellern ein gutes Raumkonzept bzw. Theaterstück auf den Leib zu schneidern, doch immer und immer wieder wendet sich das Blatt. TänzerInnen und MusikerInnen verschwinden durch Wände oder Türen und so ist der Raum in stetiger Veränderung.

Während man zu anfangs noch versucht bei den gesprochenen Texten alles zu verstehen, hilft bzw. zwingt uns der Künstler in diesem ganzen „Bla Bla Bla“ das Handtuch zu werfen. Es scheint, als wolle er uns sagen „Die Texte sind nicht wichtig!“ Lässt man sich darauf ein, so erkennt man, dass auf dieser Bühne alles Platz hat. Pailletten-und Glitzerkostüme, Breakdance gepaart mit animalischen, fast furchteinflößenden Bewegungen der TänzerInnen. Immer auf den Punkt gebracht durch Licht, Musik und herausragendem Gesang. Stimmen, welche sowohl das Pop-als auch Klassikrepertoire bieten. Mehrmals scheint es, als wäre das Stück vollendet und der Regisseur zufrieden mit seinem Schaffen. Doch nein, der Raum atmet und löst sich schließlich immer und immer wieder auf. Als würde Thierrée seinem Publikum die Verwirrung ansehen, nimmt er es mit in seine Kindheit und verschafft ihm somit die eine oder andere Verschnaufpause.

Mehr als 15 Jahre tourte, der 1974 in Lausanne (Schweiz) geborene, James Thierrée mit seinen Eltern Jean-Baptiste und Victoria Thierrée sowie deren Circustruppen um die Welt. Zur Freude seines Publikums, lässt er all seine, bis auf das kleinste Detail perfektionierten, Fähigkeiten auch in diesem Werk einfließen. „Platte“ Bananengags finden in den künstlerischen Höchstleistungen problemlos Platz. Mit seinen ZuschauerInnen zu interagieren ist für ihn ein Leichtes und so lässt er alle spüren, dass nach den Corona bedingten Strapazen zur Fertigstellung des Stückes, neben aller Perfektion auch Raum für Klamauk und Rockkonzert-Stimmung sein muss.

Das kulturhungrige Publikum dankt es ihm und allen Beteiligten mit Standing Ovations.

Daniela Hasenzagl

Veröffentlicht von Daniela Hasenzagl

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