(Tanz)Rollen des Lebens

Im ersten Teil des Abends zwei Ikonen des zeitgenössischen Tanzes. Germaine Acogny -Gründerin und künstlerische Leiterin mehrerer Tanzschulen im Senegal und Malou Airaudo - französische Tänzerin, Choreografin und Tanzpädagogin aus dem Pina-Bausch- Ensemble. Im zweiten Teil Igor Strawinskys Schlüsselwerk der Musik des 20. Jahrhunderts, das Frühlingsopfer, welches bei seiner Uraufführung Missfallen erregte. Pina Bauschs' wegweisende Choreografie neu interpretiert und Kontinente übergreifend.

Im ersten Teil des Abends zwei Ikonen des zeitgenössischen Tanzes. Germaine Acogny -Gründerin und künstlerische Leiterin mehrerer Tanzschulen im Senegal und Malou Airaudo - französische Tänzerin, Choreografin und Tanzpädagogin aus dem Pina-Bausch- Ensemble. Im zweiten Teil Igor Strawinskys Schlüsselwerk der Musik des 20. Jahrhunderts, das Frühlingsopfer, welches bei seiner Uraufführung Missfallen erregte. Pina Bauschs' wegweisende Choreografie neu interpretiert und Kontinente übergreifend.

Im ersten Teil des Abends zwei Ikonen des zeitgenössischen Tanzes. Germaine Acogny - Gründerin und künstlerische Leiterin mehrerer Tanzschulen im Senegal und Malou Airaudo - französische Tänzerin, Choreografin und Tanzpädagogin aus dem Pina-Bausch- Ensemble. Im zweiten Teil Igor Strawinskys Schlüsselwerk der Musik des 20. Jahrhunderts, das Frühlingsopfer, welches bei seiner Uraufführung Missfallen erregte. Pina Bauschs' wegweisende Choreografie neu interpretiert und Kontinente übergreifend.

Widersprüchlicher kann ein Doppelabend nicht sein?

Die beiden Vorreiterinnen des zeitgenössischen Tanzes feiern in ihrem poetischen Duett ihre Leben, stellen feine, ruhige Verbindungen und Gemeinsamkeiten her. Steuerfrauen ihres eigenen Tanzens und Handels, vom Kindsein bis zur Rolle der Großmutter. Leise, berührend, sanft. Ein liebevolles Loblied auf das Alter und die Toleranz. Verbindlich verbindend: ihr Austausch verbindet auch ihre Schulen miteinander: Ecole de Sables und Folkwang Universität der Künste. Unaufgeregt leise. Musik von Fabrice Bouillon.

Umbau für den zweiten Teil. Vorbereitet durch die BühnenarbeiterInnen, deren Arbeit man im Festspielhaus beiwohnen darf.

Erde. Samtige Erde. Duftende, samtige Erde. Klassischer Tanzboden weicht dem Neuen, wird überdeckt, verschüttet.

Weiterhin eine Huldigung an das Leben?

38 kraftvolle, muskulöse, starke, TänzerInnen, die durch Tanzcastings zusammengewachsen sind. Eine Premiere. Zum ersten Mal von TänzerInnen aus 14 afrikanischen Ländern, die dafür formiert wurden, aufgeführt. Premiere im deutschsprachigen Raum im Festspielhaus St Pölten, nur drei Wochen zuvor die Weltpremiere in Madrid.

Und dann nur noch Energie und Anspannung auf der Bühne. Dem Motto der Ursprungschoreografie Pina Bausch gerecht werdend: „Tanzt, tanzt, sonst sind wir verloren!“

Verloren ist im Stück am Ende nur eine, die Auserwählte, welche als Opfer für die zuvor so angehimmelte Gottheit- durch roten Stoff dargestellt-dient. Sie kämpft, gibt nicht klein bei, hat aber am Ende nur mehr den Tod vor Augen.

Erschöpft. Schweißgebadet. Beschämt.

Das Frühlingsopfer ist begangen. In nur 30 Minuten: die Abgründe der menschlichen Seele beleuchtet.

Wieder ein Einblick in sie. Gefühlvoll zart – von Tierstimmen untermalt zu Beginn, impulsiv und zerstörerisch- von menschlichen Lauten getragen, am Ende.  

Ein seit dem Frühjahr 2020 geplanter und der Corona Pandemie beinahe zum Opfer gefallender Abend – tosender Applaus und standing ovations an die Kraft des Lebens als solches an diesem Abend im St. Pöltner Festspielhaus.

Karin Wallner

Veröffentlicht von Karin Wallner

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