20 Jahre Festspielhaus St. Pölten

Ob Sasha Waltz oder Sidi Larbi Cherkaoui, Les 7 doigts de la main, ob die Komische Oper Berlin, ob der exzentrische Organist & Paradiesvogel Cameron Carpenter, DeeDee Bridgewater, Newcomerin Kovacs oder die Wiener Philharmoniker - viele nationale und internationale Künstlerinnen und Künstler sind in den letzten 20 Jahren zu regelmäßig wiederkehrenden Gästen, zu guten alten Bekannten im Festspielhaus geworden.

Ganz besonders eng mit dem Haus ist das Tonkünstler-Orchester Niederösterreich verbunden, das als Residenzorchester in St. Pölten nicht zu Gast, sondern seit der 1. Minute des Bestehen des Festspielhauses hier zu Hause ist. Am 1. März 1997 dirigierte der damalige Chefdirigent des Orchesters, Fabio Luisi, Gustav Mahlers Symphonie Nr. 2 „Auferstehung“.

Als das Festspielhaus St. Pölten am 1. März 1997 mit jenem Konzert feierlich eingeweiht wurde, bedeutete dies einen Meilenstein für das Kulturleben in Niederösterreich. Mit dem Bau und der Eröffnung dieses in ganz Österreich einzigartigen Hauses wurde ein markantes Zeichen innerhalb der hiesigen Kulturlandschaft gesetzt – in vielerlei Hinsicht: Nicht nur seine innovative Architektur, auch das Vorhaben an sich, am Standort St. Pölten eine groß dimensionierte Spielstätte neu zu schaffen und fortan ganzjährig hochkarätig zu bespielen – hierfür also auch die entsprechenden Subventionen bereitzustellen –, kommt aus heutiger Sicht einer kleinen Revolution gleich und trug maßgeblich dazu bei, der damals noch jungen niederösterreichischen Landeshauptstadt ein starkes Profil zu verleihen.

Der aus Deutschland stammende Dramaturg Dieter Rexroth kann, obwohl noch vor der Eröffnung im Amt, als der erste Künstlerische Leiter des Festspielhauses gelten. Er wurde in den Jahren 1995 und 1996 beauftragt, ein Veranstaltungskonzept für das Haus in seinem Kontext innerhalb des Kulturbezirks zu entwickeln. Die damals gesetzten Programmschwerpunkte prägen auch heute noch den Spielplan des Festspielhauses und machen seine Einmaligkeit unter den österreichischen Kulturinstitutionen aus: Klassische Musik mit dem Tonkünstler-Orchester Niederösterreich als Residenzorchester sowie zahlreichen Gastspielen internationaler Orchester und SolistInnen, Tanz mit nationalen und internationalen KünstlerInnen und Compagnien, markante Musiktheater-Projekte in Kooperation mit renommierten Partnern wie den Bregenzer Festspielen, dem Grand Théâtre de Genève, dem Lucerne Festival oder dem Nationaltheater Mannheim sowie regelmäßige Konzerte der U-Musik bilden seit Beginn des Spielbetriebs das Profil des Hauses.

Von 1998 bis 2002 übernahm Mimi Wunderer die Künstlerische Leitung, nachdem sie bereits ab 1997 als Kuratorin für Tanz und Theater – in der ersten Saison im Team mit Renald Deppe als Kurator für den Bereich Musik – fungierte. Schon sieben Jahre zuvor hatte sie in St. Pölten die Bühne im Hof gegründet. Sie initiierte 1997 erstmalig das Festival Österreich Tanzt, das bis 2013 jährlich im Festspielhaus stattfandt.

Es folgte bis 2009 der ehemalige Solotänzer der Wiener Staatsoper Michael Birkmeyer. Unter seiner Leitung hatte das Haus ein eigenes Tanzensemble. Die abcdancecompany war mit ihren Produktionen nicht nur in ihrem Stammhaus in St. Pölten zu sehen, sondern ging auch auf internationale Tourneen.

In der Saison 2009/2010 übernahm der deutsche Choreograf und Regisseur Joachim Schloemer die künstlerische Leitung des Festspielhauses. Neben dem zeitgenössischen Tanz galt sein besonderes Augenmerk der Kulturvermittlung und der Einbindung der Bevölkerung in künstlerische Prozesse.

Mit der Saison 2013/2014 übernahm die aus Österreich stammende Dramaturgin Brigitte Fürle die Leitung des Hauses. Sie war zuletzt die Künstlerische Leiterin von spielzeit’europa bei den Berliner Festspielen und hat in den letzten Saisonen internationale Größen wie u.a. Sylvie Guillem, Sasha Waltz, Lemi Ponifasio, Grupo Corpo, Dresdner Philharmonie, Israel Galván und viele mehr im Haus begrüßen dürfen!

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